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Der Einsatzablauf

 

 
Es ist der 15.11.2013 kurz nach 4 Uhr morgens, die Emder Bevölkerung schläft schon lange.
Nur eine Familie im Stadtteil Barenburg nicht mehr, sie wird plötzlich aus ihrem Schlaf gerissen. Ein lautes Piepen in dem Gebäude weckt sie auf. Alle werden geweckt und merken, dass es in dem Haus, in dem sie bis gerade noch schliefen, plötzlich und unerwartet brennt. Alle verlassen das Haus schnellstmöglich. Der Familienvater wählt den Notruf 112 und schildert die Notlage. Währenddessen machen sich die anderen Mitbewohner auf den Weg um die Nachbarn zu wecken. Der wachhabende Feuerwehrmann (Disponent), der rund um die Uhr in der Feuer- und Rettungsleitstelle beim Krankenhaus sitzt, löst einen Brandeinsatz der Stufe 5 (B5) von insgesamt 8 Stufen aus. Diese hat die Alarmierung von 2 der 3 Einheiten der Ortswehr Stadtmitte zur Folge.
Umgehend werden weitere Emderinnen und Emder wach, ein schrilles Piepen ihrer Funkmeldeempfänger reißt sie aus dem Schlaf. Diese Mitbürger/-innen sind in der Freiwilligen Feuerwehr (FF) und machen sich auf den Weg zur Brückstraße im Stadtzentrum, wo die Feuerwehrtechnische Zentrale der Feuerwehr Emden ansässig ist. In der FTZ ist neben der Ortswehr Stadtmitte und den Werkstätten sowie Lagern der Feuerwehr Emden, auch die Wache der Hauptberuflichen Wachbereitschaft (HWB) untergebracht. Die Kräfte der Hauptberuflichen Wachbereitschaft sind 24 Stunden am Tag einsatzbereit um kleine Einsätze abzuarbeiten oder bei größeren Einsätzen die freiwilligen Kräfte zu unterstützen.
Neben den Kräften der HWB und der FF Stadtmitte, fährt auch der Stadtbrandmeister zu diesem Einsatz. Er wird vor Ort die Einsatzleitung übernehmen.
Kurze Zeit nach der Alarmierung treffen die ersten Kräfte an der FTZ in der Brückstraße ein. Sofort legen sie ihre persönliche Schutzkleidung an und besetzen das erste Löschgruppenfahrzeug.

Währenddessen treffen die ersten Fahrzeuge der Hauptamtlichen Wachbereitschaft an der Einsatzstelle ein und beginnen mit den Löscharbeiten. Noch ist durch das Feuer nur der Dachboden des Hauses betroffen. Die Einsatzkräfte gehen mit schwerem Atemschutz in das brennende Haus vor. Das erste Fahrzeug mit Kräften der freiwilligen Feuerwehr rückt zur Einsatzstelle aus.
Gleichzeitig trifft der Stadtbrandmeister an der Einsatzstelle ein. Er verschafft sich einen Überblick über die Lage und ordnet eine Alarmstufenerhöhung an. Unter dem Einsatzstichwort „B6“, Brandeinsatz der Stufe 6, wird die verbliebene Einheit der Ortsfeuerwehr Stadtmitte alarmiert.
Zur Versorgung der zahlreichen Einsatzkräfte bei einem solchen Einsatz wird zusätzlich der Versorgungszug alarmiert.
Ein weiteres Löschfahrzeug der Ortswehr Stadtmitte rückt aus.
Da sich das Feuer schnell ausbreitet und das Haus mit Reet gedeckt ist, wird einen Löschangriff über die Drehleiter durchgeführt.
Zwischenzeitig hat das letzte Löschfahrzeug die Wache in der Brückstraße verlassen und ist auf dem Weg zur Einsatzstelle.
Auf dem Hinterhof der FTZ treffen die Kamerad(inn)en des Versorgungszuges ein und koordinieren das weitere Vorgehen.
Das Feuer ist mittlerweile auf eine angrenzende Garage übergesprungen. Der Einsatzleiter lässt die Einsatzstufe erneut erhöhen, Einsatzstichwort B7, Brandeinsatz der Stufe 7 – Großbrand.
Der Disponent alarmiert nun zusätzlich die Ortsfeuerwehr Uphusen/Marienwehr und die Informations- und Kommunikation Gruppe (IuK-Gruppe).
Da einige Mitglieder der IuK-Gruppe in Doppelfunktion alarmierte Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Stadtmitte sind, müssen diese erst aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst und durch andere Kameraden ersetzt werden.
 
Die Kameraden der Feuerwehr Uphusen/Marienwehr machen sich nach dem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung auf den Weg zur Einsatzstelle.
Mittlerweile ist es gelungen einen Kraftfahrer für das Wechselladefahrzeug aus dem Einsatzgeschehen heraus zu lösen.
Dieser wird zur Brückstraße gefahren um den Abrollbehälter „Einsatzleitung“ zur Einsatzstelle zu bringen.
Von der FTZ macht sich gerade auch der Versorgungszug mit warmen und kalten Getränken auf den Weg zur Einsatzstelle.
Kurzdarauf ist die IuK-Gruppe einsatzbereit und rückt aus. An der Einsatzstelle baut diese den Abrollbehälter „Einsatzleitung“ auf, dieser ist technisch annähernd so ausgestattet, wie die Leitstelle am Krankenhaus. Sobald alle vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen sind, nimmt die mobile Leitstelle ihren Betrieb auf.
Der Einsatzleiter, der sich im Abrollbehälter Einsatzleitung eingefunden hat, veranlasst, dass es für die Einsatzkräfte ein Frühstück an der Einsatzstelle geben soll. Es ist mittlerweile kurz vor 7 Uhr als das Frühstück eintrifft.
Viele Einsatzkräfte müssten jetzt zur Arbeit. Da sie aber an der Einsatzstelle benötigt werden, werden die betroffenen Arbeitgeber informiert. Die Freistellung der Einsatzkräfte ist im niedersächsischen Brandschutzgesetz geregelt.
 
Am späten Vormittag:
Der Einsatz hat viele Bürger angelockt, die sich selbst ein Bild von der Einsatzstelle machen wollen. Die Einsatzleitung gibt über Funk an die Leitstelle die Meldung „Feuer aus“, das Feuer konnte erfolgreich gelöscht werden. Obwohl das Feuer aus ist, ist die Aufgabe der FF noch nicht beendet. Es wird eine Brandwache bis in die Nachmittagsstunden angeordnet. Deren Aufgabe ist es, in regelmäßigen Abständen, mit einer Wärmebildkamera das vollkommen verwüstete Haus zu kontrollieren. Nach dem die meisten Kräfte eingerückt sind, ist für diese der Einsatz immer noch nicht beendet. Die Fahrzeuge müssen umgehend wieder einsatzbereit bestückt werden. Gebrauchte Schläuche und Atemschutzgeräte müssen ausgetauscht werden.
 
Denn der nächste Einsatz kann jeden Augenblick kommen.
 
Nachdem der Nachmittag erreicht ist, rückt nun auch die Brandwache wieder ein. Diese ordnet jedoch noch zwei Brandnachschauen an. Diese werden von den Kräften der  Hauptberuflichen Wachbereitschaft durchgeführt.
 
Die Einsatzkräfte gehen, nach der ihnen zustehenden Ruhepause, an ihren Arbeitsplatz. Andere legen sich schlafen um den verlorenen Schlaf nachzuholen. Bis der Melder wieder piept.
 
(Der Einsatzablauf ist fiktiv und entspricht keinem real stattgefundenen Einsatz)
 
RWI/FRE/BHE